Last day before detox
Es ist eine herausfordernde Zeit. Seit einigen Wochen, Monaten, vielleicht sogar den letzten Jahren. Es wird viel gefordert, vom Leben. Alte Muster zeigen sich: „Sollen wir bleiben oder können wir endlich gehen?“.
So habe ich, haben mein Körper und ich, entschieden, eine Kur einzulegen. Eine Entgiftung. Seit einigen Wochen nehme ich bereits einen LeberKomplex zu mir. Gestern sind die letzten Produkte der Vielfalt aus Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren, etc.) eingezogen.
Als weiteren positiven Nebeneffekt dieser Kur erhoffe ich mir, dass das Fett, welches es sich in den letzten Monaten und Jahren um meinen Bauch gelegt hat, sich gleich mit verabschiedet.
Ja, ich weiß, dass es mich „nur“ schützen wollte. Vor all den Dingen, die nicht in mein Leben gehören. Danke, Fett. Du hast deine Aufgabe grandios erfüllt.
Vielleicht hat diese wiederholte Kur auch etwas damit zu tun, dass ich seit gut einem Monat 50 bin und mich jetzt noch besser um mich kümmern will.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Über all das will ich hier gar nicht schreiben.
Ich will darüber schreiben, dass das vorerst letzte Glas Wein aus einer von nur zehntausend Flaschen stammt. Und das verleiht dem Ganzen einen Hauch von Exklusivität. Wie ich finde.
Auf Vinos (meinem Lieblingsweinladen) steht dazu geschrieben:
Robert Parker
92 / 100 Punkte für den Jahrgang 2019
„Der Santa Rosa 2019 wurde aus einer Mischung von Monastrell, Cabernet Sauvignon und Merlot mit 14,5% Alkohol und einem cremigen sowie berauschenden Profil hergestellt, nachdem er 16 Monate in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche gereift war. Es zeigen sich rauchige und geröstete Noten, Anklänge von Graphit und reifer schwarzer Frucht mit einem kräuterigen Dreh. Am Gaumen offenbaren sich körnige Tannine und ein Funke Säure, die sich mit der saftigen Frucht verweben. Es wurden 10.000 Flaschen produziert. Abgefüllt wurde er im Februar 2021.“ (Luis Gutiérrez, Apr. 2022)
Robert Parker Wine Advocate

Auch wenn mir Rezensionen tendenziell eher egal sind – weil ich weiß, wie oft sie gekauft werden und weil Geschmack eben Geschmackssache ist – habe ich mir sagen lassen, dass Robert Parker da wohl anders sein soll. Wie auch immer – mir geht es um die Exklusivität dieser vorerst letzten Flasche – vielmehr den letzten Tropfen, den ich heute daraus genießen durfte.
Ja, ich weiß. Spiritualität und Alkohol. Wie geht das denn, Mona!?
Ich liebe Wein. Ich liebe Rotwein. Ich liebe guten Rotwein. Ja, und ich merke, was Alkohol mit meinem Körper macht. Und trotzdem liebe ich es, die MeisterInnenwerke guter WinzerInnen zu genießen. Ihre Liebe und Hingabe, die sie in die Produktion gesteckt haben, mit jedem Tropfen auf meiner Zunge tanzen zu lassen. Vielleicht ist sie irgendwann vorbei, diese Liebe. Vielleicht auch nie.
Doch jetzt ist erstmal Detox für meinen Körper. Einmal das volle Programm. Bitte. Für die nächsten drei Monate. Oder so. Danke.
