15 Jahre. Meine Zeit im Öffentlichen Dienst.

Meine Zeit im Öffentlichen Dienst war eine sehr bewegende Zeit. Für staatenlos.ch habe ich meine Geschichte aufgeschrieben – im Rahmen ihrer Aktion Coming-Out. Und bekomme dafür für im ersten Jahr meine LLC gesponsert. Vielen Dank für dieses großartige Geschenk.

Mein wahrer Antrieb für die folgenden Zeilen liegt jedoch tiefer: Ich will mit meiner Geschichte anderen Menschen Mut machen, für sich selbst einzustehen, den eigenen Weg bedingungslos zu gehen und die eigene Größe zu leben. Für sich selbst und das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen und niemanden mehr im Außen für das eigene Erleben verantwortlich zu machen.

Meine Worte und Erlebnisse sollen ermächtigen und Licht in das Dunkel mancher Phasen bringen. Hier ist sie also, meine Geschichte, mein Coming-Out:

15 Jahre im Öffentlichen Dienst

Meine Geschichte beginnt im Jahr 2006. Im August endete die Elternzeit meines zweiten Kindes. Zeitgleich kündigte ich meine Festanstellung im Einzelhandel – mit zwei kleinen Kindern war ein täglicher Arbeitsweg von 120 Kilometern für mich unvorstellbar. Im Oktober war die Trennung zwischen meinem Mann und mir ausgesprochen. Fast zeitgleich flatterte ein Brief der Agentur für Arbeit mit einem Stellenangebot in meinen Briefkasten. Schulsekretärin an einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche.

Ich bewarb mich. Wurde zur Vorstellungsrunde eingeladen. Kurz danach bekam ich einen Anruf: Die Stelle wäre an eine andere Person vergeben worden. Ich sei jedoch erste Nachrückerin.

Kurz vor Weihnachten erhielt ich erneut einen Anruf. Ich könne die Stelle antreten.

Für die Unterschrift unter meinem neuen Arbeitsvertrag, befristet für ein Jahr, fuhr ich zum Hauptsitz der Verwaltung. Beim Gehen wurde mir gesagt, meine neue Chefin hat schon viel Holz verbrannt und sei in ihrem Umgang nicht einfach, doch mit mir sind sie guter Dinge.

Einige Monate später erfuhr ich, dass meine Vorgängerin nach nur fünf Tagen auf ihren AU-Schein folgende Worte schrieb „Komme nicht wieder.“.

Mich hat die Vorwarnung nicht im Geringsten abgeschreckt. Ich war sehr von mir überzeugt und es außerdem gewohnt, mit schwierigen Menschen umzugehen. „Mich bekommt niemand so leicht klein.“ waren damals meine Worte. Ich sollte mich irren.

Über meinen neuen Arbeitsvertrag – 30 Stunden, befristet auf ein Jahr, vergütet in einer der untersten Gehaltsgruppen – war ich glücklich. Alleinbegleitend, meine Kinder waren zu diesem Zeitpunkt zwei und vier Jahre – was hätte mir besseres passieren können als eine Anstellung im Öffentlichen Dienst?!

Anfang Januar 2007 trat ich meinen neuen Job an. Und es kam, wie es kommen musste. Meine Chefin war glücklich mit mir. Sagte sie der Verwaltung. Ich überlegte bereits nach zwei Monaten das erste Mal, alles hinzuschmeißen. Und erinnerte mich zeitgleich an meine Worte „Mich bekommt niemand so leicht klein.“.

Später schlug ihre Haltung mir gegenüber um. Es folgten unsachliche Zurechtweisungen, haltlose Vorwürfe und Schikanen im Büroalltag. In erster Reihe erlebte ich, wie persönlicher Druck in Willkür umschlägt.

Nach zehn Monaten war es mir zu dumm und ich äußerte offiziell den Vorwurf des Mobbings. Dann ist der Dienstherr in der Pflicht, sich um die Sache zu kümmern, denn er hätte eine Fürsorgepflicht. So ein Kollege zu mir.

Es kam – kurz vor Weihnachten – zu einer großen Aussprache. Rechtsamt, Kreisschulrat, Personalleitung, Personalbeauftragte – alle da. Mittendrin ich.

Da sie – meine Chefin, die Schuldirektorin – nicht mit mir in einem Raum sein wollte, fand die Anhörung nacheinander statt. Erst sie, dann ich.

Im Laufe meines Gesprächs wurde mir das Ergebnis einer Befragung von Menschen präsentiert, die zuvor meine jetzige Stelle innehatten. Das Ergebnis war einstimmig: Alle hatten ähnliches zu berichten wie ich. Nur hat niemand den Mund zuvor aufgemacht. Ich war die neunte Schulsekretärin in zehn Jahren.

Um das Ergebnis dieser Aussprache kurz zu machen: Ich war bereit, mit ihr weiter zu arbeiten. Sie war es nicht. Unter keinen Umständen wolle sie länger mit mir arbeiten.

Das Weihnachtsgeschenk im Dezember 2007

Mir machen sie ein Weihnachtsgeschenk und würden meinen Vertrag entfristen. Sagten sie. Zum Sommer wird eine Stelle frei, in der ich drei Monate vor Rentenbeginn der Kollegin eingearbeitet werden könne.

Ich sagte JA. Denn als Alleinbegleitende hatte ich zwei Kinder und mich selbst zu versorgen. Und eine Stelle im Öffentlichen Dienst gilt als sicher. Sagen sie.

Zum Übergang wurde ich in der Kasse eingesetzt. Rechnungseingang. Das waren die drei monotonsten Monate meines bisherigen und zukünftigen Angestelltendaseins.

Für mich – die, die Abwechslung liebt und braucht, um überhaupt zu existieren – hat es sich angefühlt wie die Höchststrafe. Den ganzen Tag irgendwelche Zahlen in vorgefertigte Felder am Bildschirm zu tippen.

Und selbstverständlich wurde meine Arbeit auf Quantität geprüft. Es ist ja nur vorübergehend. Sagte die Amtsleitung während eines „Quantitätsgesprächs“ zu mir. Ich nickte. Denn die Unterforderung war so massiv, dass es mich täglich enorme Disziplin kostete, am Bildschirm präsent zu bleiben.

Stelle Nummer drei – Frühjahr 2008

Im nächsten Amt, die Stelle, die mir während des Gesprächs kurz vor Weihnachten angekündigt wurde, war es durch den Reiz des Neuen spannend. Ein paar Wochen saß ich an der Seite meiner Vorgängerin und sie zeigte mir, wo und wie der Hase in diesem Amt läuft.

Hier erlebte ich drei Amtsleitungen. Außerdem wurde mir der Zuschlag, der anfangs für diese Stelle gezahlt wurde – meine Vorgängerin wurde eine Gehaltsgruppe höher bezahlt – gestrichen. Nicht Leistung zählte – relevant war, was sich kürzen ließ. Sogar die Rückforderung der bereits gezahlten Beträge stand im Raum – und wurde erst durch den Einsatz meiner Vorgesetzten gestoppt.

Auch hier war für eine Sachgebietsleitung meine Präsenz und mein Wesen ein Störfaktor. Diese subtile Ablehnung belastete eine offene Zusammenarbeit spürbar.

Zusätzlich führten auch die Aufgaben als Alleinbegleitende – Einschulung, Zurückstellung, Kindergarten, Schule, all die staatlichen Systeme – mich an meine physischen und psychischen Grenzen.

2011 war es dann so weit. Ich brach zusammen. Nichts ging mehr. Das ständige Funktionieren gegen die eigene Natur und die anhaltende Entwertung meiner Leistung – nicht nur durch die Vergütung am unteren Minimum – brachten mich letztendlich zu Fall. Meinem Arzt erzählte ich unter Tränen von meiner Situation. Er schlug leichte Anti-Depressiva vor. Ich lehnte ab. Er schrieb mich arbeitsunfähig.

In dieser Zeit begann ich erstmalig, mich tiefer mit mir selbst auseinander zu setzen. Was will ich? Was will mein Körper? Was brauche ich? Was braucht mein Körper? Ich begann, hochdosierte Supplements einzunehmen. Sie, die Ruhe und die Zeit für mich zeigten ihre Wirkung. Mein Strahlen kam zurück. Ich war in mir wieder sicher. Nach einem halben Jahr trat ich meinen Dienst wieder an. Nur nicht in meinem bisherigen Amt.

Sommer 2011 – Stelle Nummer vier

Die Sachgebietsleitung meines vorherigen Amtes hatte sich durchgesetzt. Und meine Versetzung war beschlossen. Ohne mich anzuhören. Ohne mich zu fragen. Ich erhielt einen einfachen Brief über den Vollzug der Versetzung. Dass das nicht rechtens ist, wusste ich erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich fing also an, im vierten Amt dieser Verwaltung zu arbeiten. Gleiche Gehaltsgruppe wie bei meiner Einstellung als Schulsekretärin. Mehr Stunden. Bereits seit Amt Nummer drei.

Zwischenmenschlich hätte ich es nicht besser treffen können. Eine großartige Amtsleitung. Ein wunderbares kleines Team. Doch die Arbeit erfüllte mich nicht. Es gab für mich in Vollzeit einfach nicht genug zu tun.

Das Studium der Psychologie, welches ich nebenbei angefangen hatte, konnte ich nicht so ausführen, wie ich es brauchte. Bei jedem Telefonanruf wurde ich aus dem Stoff gerissen.

2014 – Stelle Nummer fünf und Kündigung

Ich erfuhr von einer Kollegin in einem weiteren Amt, dass sie in Arbeit ertrinkt und bot meine Unterstützung an. Dankend wurde sie von der Personalverwaltung angenommen. Ich erhielt einen Vertrag. Sehr genau wurde darauf geachtet, dass ich nicht über 50 Prozent auf dieser Stelle arbeite, ab 51 Prozent stand mir ein finanzieller Zuschlag zu. Rückblickend erkenne ich, wie hier systematisch die Grenze zwischen Einsatz und Ausnutzung verwischt wurde.

Die Jahre zogen ins Land und Anfang 2014 merkte ich, wie sich der Zustand aus 2011 erneut bei mir einschlich. Mir war klar, dass ich etwas grundlegend ändern müsse. Auf eine Dauerschleife – Langeweile und Unterbezahlung im Job und darauffolgender Boreout – hatte ich keine Lust.

Ich kündigte.

Nur eine Vorgabe: Nicht mehr in den Öffentlichen Dienst

Im Sommer 2014 zog ich mit beiden Kindern (und damaligem Freund) nach Hamburg. Ich war überzeugt, bis spätestens zum Jahresende einen neuen Job zu haben. Es gab nur eine Bedingung: Nicht wieder im Öffentlichen Dienst.

Mein Vorhaben, um diesen Plan einzuhalten: Jeden Tag eine Bewerbung schreiben. Oder sieben in der Woche.

In Woche zwei hatte ich auf die siebente keine Lust mehr. Ich suchte im Netz, worauf ich mich noch bewerben könne. Und brach meinen eigenen Kodex: Ich bewarb mich für eine Stelle im Öffentlichen Dienst. Wurde eingeladen. Und eingestellt.

War es zuvor die Kreisverwaltung, begann ich im Januar 2015 mein Angestelltendasein in einer Bundesbehörde.

Stelle Nummer sechs und sieben ab Januar 2015

Neue Stadt. Neuer Job. Neue Aufgaben. Neue Kolleginnen. Neue Kollegen. Ich hatte Freude und Spaß. Endlich ausgelastet. Endlich nicht mehr die Minuten zählen bis zum Feierabend.

2015 war die Flüchtlingskrise und es gab alle Hände voll zu tun. Wir vier – die drei, die neu mit mir begonnen hatten und ich – wurden in ein anderes Sachgebiet gesandt. Mit der Aussicht auf Entfristung unserer Verträge. Ich sagte ja, weg vom Schreibtisch, hin zu den Menschen direkt.

Die Arbeit in dieser Zweigstelle der Bundesbehörde heilte mich von meiner Phobie gegenüber der Arbeit im Öffentlichen Dienst. Auch wenn es ein paar Kolleginnen gab, deren angestaubtes BeamtInnen-Dasein – „das haben wir schon immer so gemacht“ – ich mit meinem Weitblick, meinem Enthusiasmus und meiner unkonventionellen Denkweise kräftig durcheinander wirbelte – war es grundlegend eine gute Zeit.

Was dennoch blieb, war die Unterbezahlung. Die Erfahrungsstufen aus dem vorherigen Job im Öffentlichen Dienst wurden nicht angerechnet. Die dreimonatige Pause zwischen beiden Jobs ließe das nicht zu, so die Verwaltung mir gegenüber.

Das Finale im Jahr 2016 – eine Stelle, drei Einsatzgebiete

Frühjahr 2016. Meine nächste Arbeitgeberin rief: 100 neue Stellen seien zu besetzen. Ich bewarb mich. Die Stellen waren drei Gehaltsstufen höher. Da ich mich vor einigen Monaten von meinem Lebenspartner getrennt hatte, war mir jeder zusätzlichen Euro für meine beiden Kinder und mich sehr willkommen.

Selbstverständlich wurde ich genommen. Mit meiner Erfahrung im Öffentlichen Dienst und für die ausgeschriebene Stelle.

Im Juni 2016 begann ich die neue Stelle. Im August 2016 fragte ich mich das erste Mal, was ich da getan habe und überlegte, ob eine Kündigung der bessere Weg wäre.

Das Miteinander war ein von Unsicherheit getriebenes Gegeneinander – geprägt von subtilen Machtkämpfen und scheinbarem Konkurrenzdruck. Bis auf wenige Ausnahmen – an die ich mich hielt.

In der zu erledigenden Arbeit blieben mein Potenzial und mein bestehendes Wissen ungenutzt. Das System verlangte Schema F – statt meine Vorerfahrung einzubringen, wurde ich auf Standardabläufe heruntergebremst.

Von einer guten Auslastung im täglichen Berufsleben zurück zum Däumchen drehen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das durchalten soll und ob ich es überhaupt durchhalten will.

Dann kam die Überraschung: Eine neue Arbeitsgruppe wurde gebildet. Dafür wurde genau eine Person aus dieser Behörde gesucht. Eine Weitere stand bereits fest.

Ich beantwortete die Mail und sagte, dass ich große Lust hätte, diese Erfahrung zu machen. Ich bekam die Stelle und wurde abgeordnet. Gemeinsam mit einem Kollegen, der bereits länger in dieser Behörde arbeitete, wechselte ich im November 2016 in die Räume der Polizei. Des LKA genau genommen. Formal war ich weiterhin Angestellte der Behörde, die mich im Juni einstellte. Nur nicht mehr in ihren Räumen körperlich anwesend. Ein Problem für die Behörde, wie sich später noch herausstellen sollte – so wenig Kontrolle über ihre Mitarbeitenden zu haben.

Das Finale – Einsatzgebiet zwei

Wir waren ein kleines Team von fünf Personen. Und es war das Beste, was mir im Öffentlichen Dienst je geschehen konnte. Ich liebte es sehr, mit diesen Menschen zusammen zu arbeiten. Innerhalb wurde eine flache Hierarchie gelebt, viel eigenständiges Arbeiten, große Eigenmacht.

Nur mit einem waren wir – mein Kollege und ich – nicht einverstanden. Unserer Bezahlung. Wir beiden waren die mit der geringsten Entgelt-/Besoldungsgruppe. Und stellten einen Antrag auf Höherstufung. Mit einer vortrefflich ausgearbeiteten Stellenplatzbeschreibung.

Das hätten wir nicht tun sollen. Denn daraufhin begann der Spießrutenlauf. Haarsträubende Geschichten gegen uns wurden erfunden.

Mein Kollege wurde zurückversetzt. Ein Beamter kann, wie ein Halma-Stein, umgesetzt werden, wann und wie es der Behörde beliebt. Mit mir hatten sie nicht so leichtes Spiel.

Die Arbeit, die wir vorher zu zweit erledigten – die drei Menschen vom LKA hatten einen anderen Aufgabenbereich – erledigte ich jetzt allein.

Zwei Neue arbeitete ich ein. Nach nur wenigen Monaten waren sie wieder weg.

Die Anpassung an die Entgeltgruppe – zwei Stufen höher – gab es zu keinem Zeitpunkt. Meine Stelle sei nicht im Stellenplan vorgesehen, wurde mir gesagt.

2020 – Covid

Covid war mein großer Gamechanger. Die Arbeit im HomeOffice – der ich mich anfangs verweigerte „Ich nehm‘ meine Arbeit nicht mit nach Hause!“ – wurde später zu meinem Antrieb. Die Freiheit und Selbstbestimmtheit, die ich in dieser Zeit spürte, war unbeschreiblich und wunderschön.

Und auch hier stieß ich mit der Zeit erneut auf die gewohnten, starren Strukturen bürokratischer Widerstände. Diese festgefahrenen Mahlwerke auch nur ein Stück in Bewegung zu bringen, verlangte einen unverhältnismäßig hohen Kraftaufwand und raubte schlichtweg mehr und mehr Energie.

Unser Kern-Team löste sich nach und nach auf. Und auch ich entschied, zurück zu gehen. In die Behörde, die mich abgesandt hatte.

Das Finale – Einsatzgebiet drei

Von Anfang fühlte ich mich fehl am Platz in diesem Bereich. Die Freiheit und Eigenständigkeit, die ich zuvor so sehr liebte, gab es nicht mehr. Die Arbeit fühlte sich an wie ein Korsett, welches zu eng um meinen Leib geschnürt war.

Und auch das wunderbare Miteinander, welches ich fünf Jahre lang in unserem kleinen Team sehr genossen habe, kam in dieser Art nicht ansatzweise zustande.

Als ich beobachtete, wie mit den Menschen umgegangen wird, die uns anvertraut sind, wusste ich, dass ich das nicht länger mittragen will.

Meine Entscheidung war klar: Ich will nicht mehr kämpfen. Ich will nicht mehr mein Bestes geben und nichts zurück bekommen. Ich hatte endlich mit meinem ganzen Körper begriffen, dass ich allein das sinkende Schiff nicht retten kann.

Zusätzlich erfuhr ich, dass die Arbeit, die ich in den letzten zwei Jahren überwiegend allein gestemmt hatte, künftig zweieinhalb Menschen erledigen sollten. Zwei Gehaltsgruppen höher.

Zwei Wochen nach meiner Rückkehr in die Mutterbehörde klappte ich im HomeOffice den Laptop auf. Und alles in mir fällt zusammen. Unter Tränen erzähle ich meinem Arzt, wie es mir geht. Er zieht mich sofort aus dem Verkehr. Neun Monate später, zum 01. Mai 2022, bin ich frei. Ich habe auch diese Stelle abgegeben. Und habe nie wieder ins Angestelltendasein zurück gefunden. Was für ein Glück.

Epilog

Der Öffentliche Dienst hat mich verändert. Er hat mich stärker werden lassen. Und er hat mich gebrochen. Und dennoch: Ich will meine Zeit im Öffentlichen Dienst nicht missen. Sie ist Teil meines Lebensweges.

Ich bin dankbar für die Zeit. Sie hat mich und meine Kinder getragen. Am Minimum, ja. Doch dass das nicht normal ist, weiß ich erst heute.

Zum Ausbeuten gehören immer zwei. Ein Teil beutet aus, ein anderer Teil lässt sich ausbeuten. Ich sehe mich nicht als Opfer. Ich bin kein Opfer. Weder meiner Geschichte noch meiner Zeit im Öffentlichen Dienst. Zur Zeit des Erlebens habe ich es einfach nicht besser gewusst. Ich hatte das Bewusstsein noch nicht, um früher aus dieser Geschichte auszusteigen.

Das Wertvollste, was ich hatte, gab ich dem Öffentlichen Dienst: Mich selbst. Bekommen habe ich dafür „nen Appel und’n Ei“. Vielen reicht es. Mir reichte es nicht. Lange akzeptierte ich es und versuchte, mich anzupassen – weil ich die Sicherheit, die ich brauchte, an der falschen Stelle suchte. Bis ich erkannte, dass es mein eigener Wert ist, der mir Sicherheit gibt. Seitdem habe ich diesen Maßstab nie wieder unterschritten.

Und wenn aus einer Funktion ein höherer menschlicher Rang gemacht wird – wie es im Öffentlichen Dienst verhältnismäßig oft der Fall ist – dann ist das nicht meine Welt. Nicht die Welt, in der ich leben will.

Der Öffentliche Dienst lehrte mich ebenfalls, dass Hierarchie keine Bedeutung für mich hat. Mehr sogar: Für mein Leben, und ein Leben in höchster Gemeinschaft, lehne ich Hierarchie vollständig ab. Menschen, die sich aufgrund von Titel und anderen Äußerlichkeiten für wichtiger nehmen als andere, will ich nicht in meinem Feld haben. „Kraft meiner Wassersuppe.“ – nicht mit mir.

Zwei weitere Sätze nehme ich mit, die – in meinen Augen – für den Öffentlichen Dienst stehen wie für keinen anderen Bereich:

  • „Das haben wir schon immer so gemacht.“
  • „Das ist nicht meine Zuständigkeit.“

Das bin ich nicht. So will ich nicht leben. Ich sehe Möglichkeiten. Mein Blick geht zu tief, als dass ich mich in starren Verwaltungsstrukturen verwirklichen könnte.

Meine Chefin, die Amtsleiterin von Amt vier, sagte damals zu mir: „Mona, du machst deinen Job gut. Doch als Sekretärin sehe ich dich nicht.“ Dass sie richtig liegt, fühlte ich schon damals. Nur meinen Ausweg kannte ich zu dieser Zeit noch nicht.

2006 – 2014: Kreisverwaltung, fünf verschiedenen Stellen in fünf Ämtern
2015 – 2016: Bundesverwaltung, zwei verschiedenen Stellen in zwei Sachgebieten
2016 – 2022: Landesverwaltung, eine Stelle, zwei Ämter, drei Abteilungen/Sachgebiete

Alles, was ich in diesen Ämtern, in dieser Zeit lernte, dient mir noch heute: Ich weiß, wie Behörden von innen heraus funktionieren. In vielen habe ich selbst gearbeitet. Und noch viel mehr habe ich kennen gelernt. Ich habe die innere Struktur einstudiert und nutze sie heute gewinnbringend in meiner Kommunikation mit Behörden (davon gibt es etliche).

Mein Bewusstsein ist heute um einiges größer und höher. Wäre ich heute nochmal in der gleichen Situation wie 2006 – Elternzeit zu Ende und Trennung vom Mann – ich würde meine Kinder einpacken und in der Welt umher reisen. Und doch ist alles richtig und gut, so wie es geschehen ist. Denn ohne meine Geschichte wäre ich nicht die, die ich heute bin.

Und wenn mein Artikel Menschen dabei unterstützt, sich selbst und das eigene Erleben klarer zu sehen, tiefer zu fühlen und anders zu verstehen, dann habe ich alles erreicht, was ich erreichen will.

Denn: Ich bin gewachsen. Ich bin ausgebrochen. Jetzt lebe ich mich. Frei. Wild. Hemmungslos. Ekstatisch. Exzessiv. Ich bin ausgestiegen aus dem Hamsterrad der Fremdbestimmung, der Anpassung und der modernen Sklaverei. Und hinein in Selbstermächtigung, Integrität und Eigenverantwortung. Das wünsche ich auch dir.

Hinweis: Text zu 99,5 Prozent von mir, Mona Mirandus. 0,5 Prozent Lektorat mit KI.

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Mein Name ist Mona. Mona Mirandus. ICH BIN.
Ich lebe: Die Ungezähmte. Die Häretikerin. Die Milliardärin, die nach eigenen Regeln liebt.
Die Königin. Die Majestät. Die lebendige Verkörperung von Fülle und Überfluss.
Ich weiß: Armut und Mangel haben nichts mit Spiritualität zu tun. Bewusstsein IST verschwenderische Fülle. Liebe UND Millionen. Innere Weisheit UND äußerer Wohlstand.
Ich zeige: ‚Sieh, was möglich ist, wenn du aufhörst, dich klein zu machen und dich anzupassen.‘
Ich führe: Durch SEIN.
Mein Werk: Als Katalysatorin für überfließenden Reichtum bringe ich Genies zusammen und erschaffe Bewegungen, in denen Synergien fließen und exponentieller Wohlstand freigesetzt wird – für mich, für meinen Stamm, für alle die wollen.
Sei dabei, wenn du bereit bist, groß zu sein.
Schamlos. Hemmungslos. Grenzenlos. Reich.
Ich liebe es.
Ich lebe es.
Schau zu. Lerne.

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