Und wieder ein Stück freier
Gestern platzte ein riesiger Knoten.
Ich wusste nicht, dass es ihn gibt. Dass es ihn noch gibt.
Obwohl, kein Knoten.
Eine dicke Schicht, die noch um meinen strahlenden Kern lag.
Eine Schicht, die mich noch immer subtil davon abhielt, mich in voller und schönster Größe zu sehen und zu leben.
Die Angst, ich selbst zu sein.
Zu oft wurde ich dafür bestraft, denunziert, klein gemacht. Für mein Strahlen. Für mein reines Sein.
Die Angst, mich für mein Sein verteidigen zu müssen.
Heute fühle ich den Struggle.
Ich wanke.
Weiß noch nicht, wie ich ohne diese dicke Schicht zu leben habe.
Ein Vakuum ist entstanden.
Die Natur mag kein Vakuum, habe ich gelesen.
Ich erinnere mich an mich selbst.
Was mir gerade bleibt, ist die Liebe.
Die wahrhaftige Liebe.
Die, die nichts mit Romantik zu tun hat.
Die, mit der nur die wenigsten Menschen etwas anfangen können.
Einfach alles zu lieben – vom Lakritz, welches ich mir in den Mund schiebe über das, was ich gerade fühle, bis hin zur grenzenlosen Liebe für mich selbst.
Denn ich weiß: Liebe ist die einzige Realität.
Und: Liebe und Bewusstsein sind eins.

Bild: Der erste Tag auf meinem Camino del Norte im Jahr 2022
